• Ist Ihr Horizont zu eng geworden?
    Finden Sie zu neuen Facetten Ihrer Persönlichkeit!

  • Coaching für den Mensch hinter dem Beruf

  • Innovation durch Weiterentwicklung der Persönlichkeit

Warum ist „NEU ERFINDEN“ mein Thema?

Mir schlug viel Überraschung entgegen, als ich in einem Alter von deutlich unter 60 Jahren meine Tätigkeit als Patentanwalt und Seniorpartner einer der bekanntesten deutschen Patent- und Rechtsanwaltssozietäten beendete, um mich zukünftig dem Thema „Business Coaching“ zu widmen!

 

Was hat mich geritten, mich neu zu erfinden?

„Γνῶθι σεαυτόν“ – Erkenne Dich selbst!

In meinem gesamten Berufsleben hat mich die Thematik „Innovation/Neu Erfinden“ beschäftigt – und zwar in unterschiedlichen Kontexten. Dabei begann meine Ausbildung garnicht technisch, sondern mit Latein und Griechisch am altsprachlichen Kaiser-Karl-Gymnasium in meiner Heimatstadt Aachen. Als Schüler konnte ich jedoch mit der Inschrift „Γνῶθι σεαυτόν“ am Orakel von Delphi nicht viel anfangen und das sokratische Wort „Ich weiß, dass ich nicht weiß“ war für mich eher eine Entschuldigung für meine nur durchschnittlichen schulischen Leistungen als eine Aufforderung zur Selbstreflexion. Die humanistischen Wurzeln sollten sich aber in meinem späteren Leben noch als bedeutsam erweisen. Als Abiturient jedoch reizte mich die Elektrotechnik. Warum: Schon während der Gymnasialzeit besserte ich mein Taschengeld auf durch den Bau von „Lichtorgeln“. Zusammenlöten konnte ich sie, aber wie die Schaltung funktionierte, das wollte ich lernen.

Magnete und das erste Erkennen von Grenzen

Ein frommer Wunsch, wie sich später herausstellte, denn im Studium lernte ich zwar die mathematischen und physikalischen Formeln und Methoden dazu, die praktischen Dinge aber mussten noch warten. Dennoch hatte ich große Freude daran, während meiner Doktorandenzeit an der RWTH Aachen die physikalischen Eigenschaften neuer Magnetwerkstoffe zu erforschen. Einige Jahre arbeitete ich danach in der Industrie bei Robert Bosch mit Erfindern von Dauermagnetmotoren für KFZ-Fensterheber, Sitzverstellung und Scheibenwischermotoren zusammen und konnte lernen, wie Ideen zu produktionsreifen und innovativen Produkten umgesetzt wurden. Das schien mir aus Sicht meiner Vorgesetzten gut zu gelingen und ich war für die Führungslaufbahn vorgesehen. Doch dann kam der „Karrierebruch“: die Ochsentour in der Industrie war nicht mein Ding. Zuviel Fremdsteuerung, zu wenig Entfaltungsmöglichkeiten für eigene Ideen. Ich kündigte nach zwei Jahren. Das stellte sich schnell als ein Segen heraus: in dieser Zeit erkannte ich nämlich Freiheit und Unabhängigkeit als meine tragenden Werte. Und dass es meinem Naturell entsprach, beratend zu agieren.  Ich entschloss mich daher, eine Ausbildung zum Patentanwalt zu machen.

Als Patentanwalt ganz vorne am Stand der Technik

Mich reizte die Tätigkeit zwischen strategischer Unternehmensberatung, technischen Innovationen und rechtlichen Fragestellungen. Fortan beriet ich als Partner einer großen Düsseldorfer Sozietät Mandanten aus unterschiedlichen Branchen (Maschinenbau, Messtechnik, Energietechnik, Elektromobilität), wie sie ihre Innovationsergebnisse patentrechtlich absichern und verwerten konnten. Technisch und rechtlich sehr herausfordernd, immer an der vorderen Front des Standes der Technik, der Aufbau von persönlichen Kontakten in aller Welt – das trieb mich an in dieser Zeit.

Doch war es immer nur das rein fachlich geprägte, an betriebswirtschaftlichen Indizes orientierte Denken, was den Erfolg ausmacht? Mir kamen da langsam Zweifel. Der tägliche Arbeitsdruck als Freiberufler, anspruchsvolle Mandate und hohe Umsatzerwartungen bestimmten mein Berufsleben und ließen kaum Zeit zum Nachdenken. Jedenfalls gab ich diesen Gedanken damals noch keinen Raum.

Humanistische Werte im Haifischbecken?

Es bedurfte vielmehr eines besonderen Impulses, um meinen Fokus zu erweitern und um mich letztlich neu zu erfinden: Mitten in einem hochkarätigen internationalen Patentverletzungsprozess in der Welt der Dollarbillionen und Großfinanzinvestoren wurde mir klar, dass ich mit solchen Akteuren nicht dauerhaft im selben Haifischbecken schwimmen wollte. Dort ging es vor allem um die Durchsetzung von nicht selten narzisstisch getriebenen Machtinteressen, und es war interessant zu beobachten, wie einige Personen mit größer werdenden Dollarzeichen in den Augen zunehmend die Bodenhaftung verloren.

Für mich war das der Punkt, an dem mir klar wurde, dass ich meinen Blickwinkel ändern musste. Vielleicht auf Grund meiner humanistischen Erziehung, aber sicher wegen meiner persönlichen Werteprägung wusste ich, dass es bei meinem Lebensthema ‚Innovation’ nicht nur den fachlichen und finanziellen Erfolgsfaktor gab.

Die zusätzliche Facette: der Mensch hinter dem Beruf

Ohne Zweifel sind gute technische, juristische oder betriebswirtschaftliche Kompetenzen die Grundlage für den beruflichen Erfolg. Aber etwas Entscheidendes muss noch hinzutreten und das ist der Beitrag der Persönlichkeit für den gelingenden beruflichen Erfolg – ein weitgehend vernachlässigtes Thema in der Ausbildung von Fach- und Führungskräften.

Damit kam mehr und mehr die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der Nachwuchskräfte der Sozietät in meinen Fokus und mir wurde immer wichtiger, die Unternehmenskultur in diesem Sinne weiterzuentwickeln.

Innovation hat seitdem für mich eine neue Facette bekommen: Innovation durch Weiterentwicklung der Persönlichkeit. Coaching für den Mensch, der hinter dem Beruf steht. Dafür die Patentanwaltsrobe einzutauschen war die konsequente Entscheidung, die ich dann traf.