Warum ist „NEU ERFINDEN“ mein Thema?

 

 

„Γνῶθι σεαυτόν“ – Erkenne Dich selbst!

In meinem gesamten Berufsleben hat mich die Thematik „Innovation/Neu Erfinden“ beschäftigt – und zwar in unterschiedlichen Kontexten. Dabei begann meine Ausbildung gar nicht technisch, sondern mit Latein und Griechisch am altsprachlichen Kaiser-Karl-Gymnasium in meiner Heimatstadt Aachen. Als Schüler konnte ich jedoch mit der Inschrift „Γνῶθι σεαυτόν“ am Orakel von Delphi noch nicht viel anfangen und das sokratische Wort „Ich weiß, dass ich nicht weiß“ war für mich eher eine Entschuldigung für meine nur durchschnittlichen schulischen Leistungen als eine Aufforderung zur Selbstreflexion.

Magnete und das erste Erkennen von Grenzen

Elektrotechnik und Physik waren die Studien- und Arbeitsgebiete meiner frühen Jahre. Vor allem der Magnetismus faszinierte mich und ich folgte dem Ruf meines Doktorvaters in die Industrie: bei Bosch in Stuttgart arbeitete ich mit Erfindern von Kleinmotoren für Fahrzeuge zusammen und konnte lernen, wie Ideen zu produktionsreifen und innovativen Produkten umgesetzt wurden. Das schien aus Sicht meiner Vorgesetzten gut zu gelingen und ich war für die Führungslaufbahn vorgesehen. Doch dann kam der „Karrierebruch“: die Ochsentour war nicht mein Ding. Zuviel Fremdsteuerung, zu wenig Entfaltungsmöglichkeiten für eigene Ideen. Ich kündigte. Das stellte sich schnell als ein Segen heraus: in dieser Zeit erkannte ich nämlich Freiheit und Unabhängigkeit als meine tragenden Werte. Und dass es meinem Naturell entsprach, beratend zu agieren.  Ich entschloss mich daher, eine Ausbildung zum Patentanwalt zu machen.

Als Patentanwalt ganz vorne am Stand der Technik

Mich reizte die Tätigkeit zwischen strategischer Unternehmensberatung, technischen Innovationen und rechtlichen Fragestellungen. Fortan beriet ich als Partner einer großen Düsseldorfer Sozietät überwiegend Unternehmen aus dem Mittelstand, wie sie ihre Innovationsergebnisse patentrechtlich absichern und verwerten konnten. Der tägliche Arbeitsdruck als Freiberufler, anspruchsvolle Mandate und hohe Umsatzerwartungen bestimmten mein Berufsleben und ließen kaum Zeit zum Nachdenken darüber, ob es immer nur das rein fachlich geprägte, an betriebswirtschaftlichen Indizes orientierte Denken war, was den Erfolg und die Erfüllung im Beruf ausmacht? Aber mir kamen da langsam Zweifel.

Dann kam für mich der Moment, in dem mir klar wurde, dass ich meinen Blickwinkel ändern musste: im Haifischbecken der von Dollarzeichen in den Augen getriebenen Machtmenschen sah ich nicht mein Revier. Vielleicht auf Grund meiner humanistischen Erziehung, aber sicher wegen meiner persönlichen Werteprägung spürte ich, dass es bei meinem Lebensthema ‚Innovation’ nicht nur den fachlichen und finanziellen Erfolgsfaktor gab.

 

Die zusätzliche Facette: Innovation durch Weiterentwicklung der Persönlichkeit

Ohne Zweifel sind gute technische, juristische oder betriebswirtschaftliche Kompetenzen die Grundlage für den beruflichen Erfolg. Aber etwas Entscheidendes muss noch hinzutreten und das ist der Beitrag der Persönlichkeit für den gelingenden beruflichen Erfolg – ein weitgehend vernachlässigtes Thema in der Ausbildung von Fach- und Führungskräften.

Innovation hat seitdem für mich eine neue Facette bekommen: Innovation durch Weiterentwicklung der Persönlichkeit. Coaching für den Mensch, der hinter dem Beruf steht.